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Festrede zum 60-jährigen Jubiläum

Festrede zum 60-jährigen Jubiläum des Hilfsvereins der Siebenbürger Sachsen Stephan Ludwig Roth

Liebe Vereinsmitglieder!

Sehr verehrte Gäste!

Gestern vor sechzig Jahren, am 11. Januar 1952, hat sich auf Initiative unseres Landsmannes Erwin Tittes, ein kleiner Kreis von 14 beherzten Landsleuten in München, zur Gründungssitzung eines Hilfsvereins der Siebenbürger Sachsen zusammengefunden. Außer dem guten Willen der oben genannten, war nichts, aber auch wirklich nichts vorhanden. Die Anwesenden beschlossen die Gründung des Vereins und stimmten auch der vorgelesenen und erläuterten Vereinssatzung zu. Zweck des Vereins, laut Satzung, sollte die Gründung und der Betrieb eines Heimes für ältere Siebenbürger Sachsen in Deutschland sein. Es war damals der erste Hilfs- und Trägerverein der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Im Laufe der Jahre wurden weitere vier Vereine mit dem gleichen Ziel gegründet.

In den ersten geschäftsführenden Vorstand wurden damals im Sinne der Satzung folgende Personen gewählt:

1. Dr. Michael Preuss zum 1. Vorsitzenden

2. Dr. Josef Scheeser zum 2.

3. Fr. Else Schlandt zur 3.

4. Dr. Gustav Konnerth zum Geschäftsführer

Hier möchte ich ausdrücklich betonen, dass die Arbeit aller Vorstandsmitglieder seit der Gründung des Vereins und auch heute immer noch, ehrenamtlich ist!!!

Zum Namenspatron des Vereins wurde unser Landsmann Stephan Ludwig Roth erkoren. Warum aber gerade er? Wer war denn Stephan Ludwig Roth eigentlich? Er war und ist mit Sicherheit eine der bedeutendsten Gestalten in der Geschichte der Siebenbürger Sachsen. Er war Pfarrer, Schulmann, Nationalitätenpolitiker und Reformer. Durch die Liebe zu seinem Volk, schlug sich seine geistige wie auch moralische Kühnheit, sein politischer, wirtschaftlicher und sozialer Weitblick und auch sein, in die Zukunft weisender reformerischer Gedankenreichtum, in all seinem Handeln nieder. Alles was er an Reformen anregte, in die Wege leitete und durchführte, galt dem Menschen. Roth gehörte zu den selten anzutreffenden Menschen, die nicht in erster Linie an sich selber, sondern an die anderen denken. Als Nationalitätenpolitiker hat er ein Konzept für ein friedliches Zusammenleben verschiedensprachiger Völker in dem damaligen Staatsgebilde ausgearbeitet. Leider wurde er immer wieder von Vertretern des sächsischen Bürgertums und der Kirche angegriffen, von einigen seiner Zeitgenossen nicht verstanden, ja, von manchen sogar verspottet. Viele seiner Reformvorschläge, auf den verschiedensten Gebieten, wurden erst Jahre nach seinem Tod, aber dann zum Segen für sein kleines Volk, durchgeführt. Er wurde von nationalistischen Fanatikern angeklagt und unschuldig am 11. Mai 1849 in Klausenburg hingerichtet. Noch kurz vor seiner Hinrichtung, schrieb er unter anderem, ich zitiere: Der sächsische Nationalkörper ist zerschlagen umso mehr wünsche ich mir, die Erhaltung des Geistes, der in diesen Formen wohnte. Zitat Ende. Mit diesem Ausspruch meinte er den geistigen Zusammenhalt unserer Gemeinschaft der ihre Stärke ausmachte, den sie einst lebten und den sie so nirgend wieder vorfanden. Roth wünschte sich, dass seine Landsleute diesen Geist auch in Zukunft erhalten und pflegen mögen. Dieser von Roth beschworene Geist, sowie sein zukunftsweisendes Gedankengut, waren mit Sicherheit mitbestimmend, dass die Vereinsgründer ihn, Stephan Ludwig Roth, zum Namenspatron erkoren haben. Sie wollten damit zeigen, dass sie auch 100 Jahre später bereit waren im von Roth beschworenen Geist zu handeln, und das auch weit weg von ihrer alten Heimat. Sie wollten den entwurzelten Landsleuten helfen, sie wollten ihnen ein neues Zuhause hier im Nachkriegsdeutschland schaffen, um ihnen den Lebensabend zu erleichtern und hier auch eine neue Heimat zu bieten. Über die sechs Jahrzehnte hinweg, hat dieser von Stephan Ludwig Roth beschworene Geist wohl jeden Vorstand beseelt. Er war richtungweisend und sollte das auch in Zukunft bleiben.

Das Siebenbürgerheim Rimsting eingebettet in die schöne Chiemgauer Landschaft.

Das Siebenbürgerheim Rimsting eingebettet
in die schöne Chiemgauer Landschaft.

Meine Damen und Herren!

Im Folgenden wollen wir eine Antwort auf die Frage finden, was hat Erwin Tittes und die anderen Landsleute eigentlich bewogen, diesen Verein zu gründen?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, wollen wir kurz die letzten Kriegsjahre und die ersten Nachkriegsjahre in Siebenbürgen und Deutschland beleuchten.

1. Die wehrpflichtigen Siebenbürger Sachsen hatten in Einheiten der rumänischen Armee, aber mehrheitlich in Einheiten der Deutschen Wehrmacht und Waffen SS gedient. Viele von ihnen sind in Gefangenschaft der Allierten geraten und nach Kriegsende, die einen früher die anderen später, entlassen worden. In ihre alte Heimat nach Siebenbürgen konnten und wollten sie wegen der dort herrschenden Verhältnisse nicht mehr zurück. Sie blieben mehrheitlich hier in Deutschland.

2. Im Herbst 1944 wurden unsere Landsleute aus Nordsiebenbürgen in mehreren Trecks Richtung Westen evakuiert. Es waren hauptsächlich Frauen und ältere Männer sowie Kinder, aus fast 50 Ortschaften. Die meisten von ihnen erreichten nach abenteuerlichen Wochen Österreich und Bayern.

3. Aus Südsiebenbürgen konnte wegen des Frontwechsels Rumäniens, keine Evakuierung organisiert werden, nur einzelne Personen und Familien schafften es, vor der Roten Armee zu fliehen. Auch sie landeten mehrheitlich in Österreich und Bayern.

4. Im Januar 1945 wurden aus Siebenbürgen rund 30 000 als arbeitsfähig erklärte deutsche Frauen und Männer zur Zwangsarbeit in die damalige Sowjetunion deportiert. Die innerhalb der nächsten Jahre entlassenen Landsleute wurden wegen ihrer deutschen Volkszugehörigkeit mehrheitlich nach Deutschland und nicht in ihre Heimat Siebenbürgen abgeschoben. Die Letzten wurden 1950 entlassen.

So fanden sich einige zehntausend Siebenbürger Sachsen im Nachkriegsdeutschland wieder. Für sie war das Leben als ehemalige Kriegsgefangene, Flüchtlinge und aus der Deportation kommende, im stark zerstörten Land kein Zuckerschlecken.

In München gab es Landsleute die versuchten, den Hilflosen und Suchenden beizustehen, sie zu unterstützen. Das waren allerdings Aktionen einzelner. Aber noch 1945 wurde innerhalb des Bayerischen Roten Kreuzes, von Landsleuten eine Auskunfts- und Beratungsstelle eingerichtet. Aus dieser entstand im Februar 1947 das Hilfskomitee der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben in München. Es war bis zur Gründung der Landsmannschaft die einzige Anlaufstelle der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Die seelsorgerische Betreuung der Landsleute stand dabei im Mittelpunkt. Im Juni 1949 wurde dann der Verband (später Landsmannschaft und heute wieder Verband) der Siebenbürger Sachsen gegründet. Der Verband war bemüht vor allem die in Deutschland gebliebenen Landsleute in allen Belangen zu unterstützen. Schnell wurde klar, dass es vor allem die Älteren waren, die mit ihrer neuen Lebenslage recht große Probleme hatten.

Auf Grund dieser Tatsachen, reifte bei Erwin Tittes, der beim Verband tätig war und somit die Probleme der Menschen kannte, die Idee, für ältere Siebenbürger Sachsen, viele von ihnen waren allein, ein Altenheim nach dem Muster des Altenheimes der Baltendeutschen am Tegernsee, einzurichten. Um dies zu ermöglichen, musste erst ein Trägerverein gegründet werden. Nach gründlicher Überlegung kam man zu dem Schluss, wenn genügend Landsleute mitmachen würden, sollte diese Idee auch zu verwirklichen sein. Jetzt war die Gemeinschaft gefragt. Tittes ließ nicht locker und schaffte es, trotz so mancher Unkenrufe aus den eigenen Reihen, Mitstreiter zu finden, die er von seiner Idee begeistern und überzeugen konnte. Zu bewundern war seine unglaubliche Zielstrebigkeit und klare Vorstellung. Mit unbeugsamer Hingabe widmete er sich dieser Aufgabe und so kam es zu der anfangs schon erwähnten historischen Gründungssitzung am 11. Januar 1952, in der der Hilfsverein aus der Taufe gehoben wurde. Die Niederschrift im Original, über die Gründungssitzung des Hilfsvereins befindet sich im Archiv des Vereins.

Während der Feier im Speisesaal.

Während der Feier im Speisesaal.

Meine Damen und Herren!

Der Verein war jetzt zwar gegründet und ordnungsgemäß im Vereinsregister beim Amtsgericht München registriert, aber die eigentliche Arbeit begann jetzt erst. Es musste eine entsprechende Immobilie gesucht werden und vor allem die Gelder für den Erwerb einer solchen aufgetrieben werden. Ein altes Sprichwort sagt uns: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg Und so wurden unsere Gründerväter nach intensivem Suchen und mehreren Angeboten fündig. Das frühere Hotel Kampenwand in Prien, das zeitweise auch als Ferienheim für ein Unternehmen gedient hatte und zuletzt von der Besatzungsmacht belegt war, war jetzt freigegeben, gehörte der Bayerischen Vereinsbank und war von dieser zum Kauf angeboten. Mit Hilfe eines Darlehens aus dem Soforthilfefond des Staates, konnte das Objekt in der Seestraße erworben werden. Kaum war der Kauf abgeschlossen, hatte die Gemeinde Prien, sehr zum Ärger der Käufer, den Anspruch auf das Objekt mit der Begründung erhoben, es als Schulgebäude zu benötigen und drängte darauf, den Kauf rückgängig zu machen. Tittes und seinen Mitstreitern wurde mitgeteilt, dass in der Nachbargemeinde Rimsting, oben am Guggenbichl, die Fremdenpension Haus Guggenbichl , ein 6 Tagewerke großes Grundstück mit zwei Gebäuden, zu verkaufen sei. Nach Besichtigung und Begutachtung desselben, war der Verein bereit den Kauf in Prien rückgängig zu machen und in Rimsting zu kaufen. Meine Damen und Herren, welch ein Glücksfall aus heutiger Sicht. Diese einmalige Lage für ein Altenheim mit Blick auf das Bayerische Meer und den am Horizont, zum Himmel emporstrebenden Alpen! Ja, da schlagen unsere siebenbürgischen Herzen, inzwischen schon seit 60 Jahren immer wieder schneller. Irgendwie erinnert uns dieses Fleckchen Erde und die Landschaft drum herum an unsere verlorene Heimat!

Dieses ruhige, stille und wunderschöne Fleckchen Erde ist in den vergangenen 60 Jahren, für einige hundert Landsleute ein heimatlicher Ort für ihren Lebensabend geworden.

Wir wollen an dieser Stelle auch den, für den Verein und die Bewohner so wichtigen Badesteg nicht unerwähnt lassen, denn hier wurde nicht nur gebadet, nein, es wurden über die vielen Jahre hinweg unter anderem auch vereinspolitische Entscheidungen getroffen und anschließend die erhitzten Gemüter im Chiemsee abgekühlt.

Meine Damen und Herren,

Nach dem Kauf des Anwesens in Rimsting, begannen die Arbeiten an den beiden Gebäuden um sie so schnell wie möglich bezugsreif zu machen. Der Verein konnte Landsleute mobilisieren, unter ihnen Maurer, Zimmerleute und andere, die freiwillig an vielen Wochenenden aus München und dessen Umgebung, mit der Bahn nach Rimsting kamen. Unter ihnen waren auch Kaufleute und Beamte die hier in Rimsting vorübergehend zu Dachdeckern und Erdarbeitern wurden. Sie alle kamen, um die Häuser herzurichten und hier am Guggenbichl etwas Bleibendes, Einmaliges in seiner Art, für unsere Landsleute, für unsere Gemeinschaft zu schaffen.

Anfang April 1953 war es dann soweit. Das Heim konnte eröffnet werden und seine ersten Bewohner empfangen. Wiedererwarten war die Nachfrage so groß, dass bis Ende desselben Jahres alle 45 Heimplätze belegt waren. In den ersten Jahren waren es vorwiegend Landsleute aus Nordsiebenbürgen die ins Heim kamen. Der Altersdurchschnitt lag damals bei ungefähr 60-65 Jahren! Heute liegt er bei 88-89 Jahren! Zurzeit verfügt das Heim über insgesamt 108 Plätze, davon 65 im Wohnbereich und 43 in der Pflegeabteilung.

 

Aufmerksame Zuhörer.

Aufmerksame Zuhörer.

Meine Damen und Herren,

An dieser Stelle wollen wir auch die erste Heimleiterin, Ada Hintz erwähnen, die als verlängerter Arm des Vereinsvorstandes nicht nur einen wesentlichen Anteil am Aufbau des Heimes geleistet hat, sondern gerade in den schwierigen ersten Jahren, der ruhende Pohl war und die entwurzelten Landsleute auch seelsorgerisch betreut hat.

Die folgenden Jahre und Jahrzehnte waren für den Vorstand des Vereins immer auch ein Ringen mit den Behörden um Fördergelder für die mehrmals, dank der großen Nachfrage, notwendig gewordenen Baumaßnahmen zur Vergrößerung des Heimes. Es war immer ein auf und ab, vergleichbar mit einem Segelboot am Chiemsee, das mit den Wellen und dem Wind zu kämpfen hat.

Es ging aber nicht immer nur um Fördermittel die benötigt wurden. Übrigens gibt es diese seit über zehn Jahren leider nicht mehr. Nein, es war und sind die inzwischen immer öfter geforderten neuen Auflagen verschiedenster Art, mit denen sich der Vorstand und die Heimleitung auseinandersetzen mussten und das bis heute. Ich nenne hier nur die umfangreichen Brandschutzmaßnahmen die über 600.000 € erfordert haben und weitere Maßnahmen im Pflegebereich.

Trotz aller Schwierigkeiten über die Jahrzehnte hinweg, haben die jeweiligen Vereinsvorstände den in der Satzung festgelegten Zweck des Vereins, das heißt, ein Heim für ältere Siebenbürger Sachsen zu betreiben voll erfüllt. Ich glaube, wir können alle stolz sein auf das was hier am Guggenbichl, trotz aller Schwierigkeiten geschaffen wurde und heute hier zu sehen ist !!

Meine Damen und Herren,

Vergangenheit ist Geschichte, Gegenwart ist das Heute, Zukunft ist ein in Nebel gehülltes Geheimnis, also etwas Ungewisses. Das erleben wir leider fast täglich. Daher meine Frage: Segelboot Hilfsverein und Siebenbürgerheim, wohin geht eure Fahrt in den nächsten Jahren? Wohin kann sie gehen? Und wer kann diese Frage beantworten? Ich glaube niemand!

Und doch wollen wir vielmehr müssen wir es versuchen sie zu beantworten! Denn wir wollen ja, dass unser Segelboot Verein und Heim, trotz auch weiterhin zu erwartender Schwierigkeiten, noch viele Jahre weitersegeln kann.

Als der jetzige Vereinsvorstand 2001 seine Arbeit aufnahm, zählte der Verein gerade mal 367 Mitglieder. Dank intensiver Öffentlichkeitsarbeit und Bemühungen aller Vorstandsmitglieder, konnte die Mitgliederzahl auf heute 624 erhöht werden. Ein starker Verein übersteht die hohen Wellengänge, begleitet von starken Stürmen eher, ist demnach für die Zukunft besser gerüstet.

Zukunftsorientierte und hoffentlich auch zukunftssichernde Maßnahmen sind auch die beiden neuen Aufzüge und ein umgebauter Aufzug in den Häusern, durch die nun jede Ebene im Heim und damit jedes Zimmer, auch mit Rolator und Rollstuhl erreichbar ist. Dadurch soll auch in Zukunft, was sehr wichtig ist, eine optimale Belegung des Heimes sichergestellt werden.

Desweiteren wurden, um jetzt schon und auch in Zukunft Energiekosten zu sparen, auf den Dächern des Heimes eine Photovoltaikanlage installiert und für die Häuser 1 und 2 ein Blockheizkraftwerk gebaut.

Für die Zukunftssicherung unseres Vereines und Heimes, spricht auch unsere seit Jahren gesunde Finanzlage.

Heute ist es uns auch möglich, über das Internet für unseren Verein und unser Heim zu werben. Seit nun schon fast drei Jahren haben wir im Internet eine eigene Website: www.siebenbuergerheim-rimsting.de. Hier können sich alle Interessierten über uns, den Verein und das Heim, informieren, uns kennenlernen. Das ist übrigens auch ein Mosaikstein für unsere Zukunftssicherung.

Wie sie sehen, macht sich der Vorstand intensiv Gedanken, um die Zukunft des Heimes zu sichern. Die große Unbekannte ist und bleibt jedoch, die zukünftigen Heimbewohner, die in den nächsten Jahren zu uns kommen müssten. Werden sie in genügender Anzahl kommen oder nicht? Denn nur eine wie schon erwähnt optimale Belegung kann die Zukunft des Heimes sichern.

Um diese auch zu erreichen, muss der Verein seine Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für unser Heim weiter verstärken.

Die fünf Häuser des Siebenbürgerheimes Rimsting.

Die fünf Häuser des Siebenbürgerheimes Rimsting.

Meine Damen und Herren!

Von seiner Gründung an war unser Hilfsverein dem Diakonischen Werk der evangelischen Kirche in Bayern angeschlossen.

Nach gründlicher Überlegung innerhalb des Vereins einerseits und Gesprächen mit Vertretern des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland andererseits, hat die Mitgliederversammlung des Hilfsvereins im letzten Jahr beschlossen, die Mitgliedschaft des Vereins im Diakonischen Werk zum 31. 12. 2011 zu kündigen und gleichzeitig dem Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland beizutreten. Die überwiegende Meinung war, dass die Interessen unseres Vereins die Wahrung unserer siebenbürgischen Wurzeln und Traditionen in Zukunft unter dem Dach des Verbandes der Siebenbürger Sachsen besser aufgehoben sind.

In diesem Sinne macht sich der Vorstand natürlich auch Gedanken über seine eigene Zukunft. Werden jüngere Landsleute (Jungrentner) in Zukunft bereit sein, zum Wohle des Vereins und des Heimes, im Vorstand mitzuarbeiten? Aus den verschiedensten Gründen sind heute immer weniger Landsleute zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit in heimatlichen Vereinen zu bewegen. Für einen künftigen Bedarfsfall musste deswegen auch eine mögliche Reduzierung der Mitglieder im Geschäftsführenden wie auch im Gesamtvorstand des Vereins ins Auge gefasst werden. Trotzdem konnte bislang bei der Suche nach jüngeren Vorstandsmitgliedern ein Teilerfolg erzielt werden. Vier jüngere Vereinsmitglieder arbeiten seit ihrer Wahl nun erfolgreich und ehrenamtlich im Vorstand des Hilfsvereins mit.

Wir hoffen weitere Mitglieder gewinnen zu können, die zunächst bereit sind dem Vorstand bei Bedarf ehrenamtlich zuzuarbeiten, um dann zu einem späteren Zeitpunkt als Mitglieder in einem künftigen Vorstand mitzuarbeiten. Hier wartet noch viel Überzeugungsarbeit auf uns alle. Deshalb bitten wir auch Sie, liebe Vereinsmitglieder, helfen sie uns bei der Suche! Sprechen sie mit ihren Kindern und versuchen Sie, diese von der Wichtigkeit einer Mitarbeit im Vorstand des Vereines zu überzeugen.

Wenn wir alle, der Vorstand und auch sie liebe Vereinsmitglieder aktiv, jeder auf seine Weise mithelfen, sollte uns allen um die Zukunft des Vereines und des Heimes nicht bange sein.

Bevor ich nun zum Schluss komme, möchte ich ihnen die Vereinsvorsitzenden seit 1952 bis heute, nicht vorenthalten, sie Ihnen in Erinnerung bringen und beim Namen nennen:

1. Dr. Michael Preuss 1952 1953 ( 1 Jahr)

2. Fritz Ganzert 1953 1956 ( 3 Jahre)

3. Dr. Gustav Konnerth 1956 1985 (29 )

4. Wolfram Schuster 1985 2001 (16 )

5. Herbert Zimmermann 2001

6. Annelore Jungmann geb. Karres 2001 2004 ( 4 )

7. Klaus Waber 2004 heute ( 7 )

Sie alle, meine Damen und Herren, haben ihr Bestmögliches getan und unseren Verein nach bestem Wissen und Gewissen über sechs Jahrzehnte hinweg, mit Höhen aber auch vielen Tiefen, gesteuert.

Aus Anlass unseres Jubiläums, will ich an dieser Stelle aber auch, stellvertretend für die vielen anderen, einige ehemalige Vorstandsmitglieder nennen, die ihr Ehrenamt ernst genommen haben, indem sie ihre ganze Kraft, ihren Idealismus, in den Dienst unserer siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft gestellt haben und unseren Verein und unser Heim aufgebaut und nun schon seit 60 Jahren betrieben haben. In den ersten Jahren waren es Erwin Tittes, der Initiator und Mitbegründer des Vereins und Heimes, Paul Kellner, der unermüdlich beim Aufbau des Heimes mitgewirkt hat. Dann Dr. Gustav Konnerth, der fast drei Jahrzehnte lang, den Verein mit Erfolg geführt hat. Ebenfalls über Jahrzehnte hinweg (1956-2002) Architekt Alfred Orendt, der vor allem die Planungen für die meisten Baumaßnahmen unentgeltlich erstellt hat.

In den Jahren des Umbruchs, vor allem zwischen 2001 und 2003, aber auch danach, als ein neuer Vereinsvorstand bemüht war, die Umwandlung unseres Altenheimes, in ein modernes, den Behörden in allen Bereichen entsprechendes Alten- u. Pflegeheim durch zu führen, waren es vor allem Annelore Jungmann, Sigrun Rothbächer, Traudl Raedler, Christian Schiel, Jürgen Zakel, Herbert Zimmermann und Willi Oberth. Die beiden Letztgenannnten sind auch heute noch aktiv im geschäftsführenden Vorstand tätig. Ihnen allen, auch den namentlich nicht genannten, spreche ich unsern Dank für die geleistete Arbeit aus und gleichzeitig auch den Wunsch, dass es in Zukunft auch Vereinsmitglieder geben möge, die mit ihrem Idealismus und ihrer Einstellung zum Ehrenamt, das hier Geschaffene für unsere siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft auch in Zukunft erhalten werden!

Nicht unerwähnt darf unser seit 2004 vierteljährig erscheinender Heimkurier bleiben, der komplett in eigener Regie erstellt wird. Unser Heimkurier soll nicht nur unsere Heimbewohner und Mitarbeiter informieren und unterhalten, sondern auch deren Angehörige. Inzwischen ist unser Heimkurier auch außerhalb unseres Hauses bekannt und wie wir hören, auch begehrt. Das ist das Verdienst der Redaktion, im Besonderen aber von Christian Hönig und Werner Philippi.

Zum Schluss möchte ich allen Spendern, die den Hilfsverein über sechs Jahrzehnte hinweg, mit ihren Zuwendungen unterstützt haben herzlich danken und gleichzeitig die Bitte aussprechen, spenden sie bitte weiter, denn auch ihre Spende trägt zur Zukunftssicherung unseres Vereines und damit auch des Heimes bei. Danke!

Der Kreisgruppe Rosenheim des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, danken wir für die jahrzehntelange Begleitung und Unterstützung. Ebenso dem Landesverband Bayern des Verbandes der Siebenbürger Sachsen.

Danken wollen wir auch der evangelischen Kirchengemeinde Prien, die unsere Heimbewohner nun schon seit sechzig Jahren liebevoll betreut und wir sind sicher, dass sie das auch in Zukunft tun wird.

Selbstverständlich vergessen wir auch die Gemeinde Rimsting nicht, zu der unser Heim gehört. Verein und Heim haben mit der Gemeinde über alle Jahrzehnte hinweg gut zusammengearbeitet. Rimsting hat unsere Heimbewohner als Bürger der Gemeinde, in ihre Mitte aufgenommen. Beweis dafür ist unter anderem der Rimstinger Seniorenklub, der unsere Bewohner regelmäßig zu seinen Veranstaltungen einlädt. Andererseits sind wir mit unseren im Schnitt 60 Angestellten auch ein willkommener Arbeitgeber im Umkreis und Auftraggeber für Firmen der näheren Umgebung. Wir sind sicher, dass es auch in Zukunft diese gute Zusammenarbeit geben wird. Dafür danken wir ihnen recht herzlich Herr Bürgermeister.

Abschließend wünschen wir unserem Verein, ich hoffe damit auch für sie alle zu sprechen, eine gute Zukunft und den jeweiligen zukünftigen Vorständen die notwendige Kraft, unser Segelboot noch viele Jahre durch alle Wellen und Stürme erfolgreich zu steuern!

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

Rimsting, 12. Januar 2012
(von Werner Philippi)